Bodengrund |
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Sand
Irgendwann einmal habe ich mich gefragt, ob sich meine
Schlammschildkröten auf einem Boden wohlfühlen, der mit
Lava bedeckt ist. Wenn sie z.B. Futter oder eine
Wasserschnecke aus den Lavasteinchen ausgraben wollten,
taten sie sich richtig schwer dabei.
Beim Einrichten eines neuen Beckens habe ich dann den
Boden mit 5 cm Quarzsand gefüllt, den ich im Wald aus
einem klaren Bach geholt habe. In der Erwartung, dass
alles bald anfängt zu faulen und stinken und dass ich
den ganzen Sand in Kürze wieder entsorgen kann, habe ich
die Schildkröte hineingesetzt. Aber das Erwartete ist
nicht eingetreten. Der Sand sieht nach fast einem Jahr
noch so aus wie am ersten Tag. Es gibt keine Fäulnis und
keine dunklen Stellen im Sand.
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 Die Fotos entstanden nachdem der Sand
bereits über ein halbes Jahr im Schildkrötenbecken war.
Links habe ich ihn kräftig aufgewühlt. Rechts, die
gleiche Stelle 12 Sekunden später.
Es sind weder Verunreinigungen noch Trübstoffe zu sehen.
Nach nun fast einem Jahr ist der Sand immer noch sauber.
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Warum ist das so?
Ich weiß es auch nicht. Allerdings ist in der Natur in
der Regel auch Sandboden. Die Mikroorganismen sind darauf
eingestellt. Im Sand kann sich vermutlich vielfältiges
Leben entwickeln, welches ein explosionsartiges Vermehren
einzelner Arten verhindert. Futterreste und sonstige
Abfälle bleiben an der Oberfläche und können die die
Zwischenräume zwischen den Sandkörnern nicht
verstopfen. Die Sauerstoff verbrauchende Biomasse im Sand
ist so gering, dass immer genug Sauerstoff durchdringen
kann.
Mittlerweile haben einige Schildkrötenhalter ebenfalls
Sandboden in ihren Becken und ich habe bisher nur
positives Echo gehört. Das Wasser ist klarer und das
ganze System ist wesentlich stabiler. Das heißt,
Schwankungen in der Wasserqualität sind fast nicht mehr
vorhanden. Nach meinen Beobachtungen können sogar
kleinere Filter verwendet werden, da die
Reinigungsleistung im Sandboden erheblich ist.
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Bei Arbeiten im Becken sind die Kleinen im Sand
abgetaucht um sich zu verstecken.
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Aquarienkies
Aquarienkies setze ich keinen ein. Es gibt viele
Wasserschildkrötenhalter, die ebenfalls schlechte
Erfahrung damit gemacht haben.
In die Zwischenräume zwischen den Steinchen rieseln
Essensreste und sonstige Abfälle. Diese werden dort von
Mikroorganismen abgebaut. Deren Anzahl wächst aber so
stark an, dass irgendwann der Sauerstoff nicht mehr
schnell genug nachkommen kann. Zusätzlich wird der
Wasseraustausch mit der Oberfläche verhindert, wenn die
Zwischenräume voll Mulm sind. Dann entstehen Fäulnis
und üble Gerüche.
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Lava
Lava in einer Körnung von 10 - 15 mm eignet sich
hervorragend als Bodenbelag. In den Zwischenräumen
bildet sich Mulm und der ganze Abfall kann ebenfalls darin
versinken. Trotzdem ist nach meiner Erfahrung die
Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen gewährleistet.
Es gibt keine Fäulnis. Die Reinigungsleistung in diesem
Boden ist sehr hoch. Allerdings sollte er nur bei
Schildkröten eingesetzt werden, die nie im Boden graben
wollen. Bei Rotwangen und wie auf diesem Bild zu sehen,
Moschusschildkröten, ist er nicht empfehlenswert.
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 Ein Boden aus grobem Lavakies ist
sicherlich nicht geeignet für eine Schlammschildkröte.
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Sand und Lava
Dies ist die von mir bevorzugte Variante. Ein Teil des
Bodens (20 - 30%) ist abgeteilt und mit Lava gefüllt.
Hierin können sich größere Abfallbrocken ablagern.
Diese werden, durch die Wasserbewegung der Schildkröten,
mit der Zeit dort hinein gespült. Der gesammte Rest des
Bodens ist mit ca. 4-5cm Sand bedeckt.
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 Im vorderen Teil dieser Lavaecke ist die
Glasscheibe so hoch wie der Sand. Nach ein paar Monaten
war er völlig mit Sand gefüllt. Um dieses zu vermeiden
wird in Zukunft die Trennscheibe zwischen Sand und Lava
immer 2cm höher sein als der Sand. Der hintere Teil und
der durch den großen Stein geschützte Bereich der
Lavaecke ist jedoch frei von Sand. Solange das Becken
problemlos läuft werde ich den Sand im vorderen Teil
belassen.
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